Zahnärzteschaft Baden-Württemberg bei der 61. Stallwächterparty in Berlin
Engagement als Exportschlager
Zahnärztliche Hilfe, verlässliche Versorgung und gesellschaftliche Verantwortung: Bei der 61. Stallwächterparty in Berlin präsentierte sich die Zahnärzteschaft Baden-Württemberg als engagierte Gesprächspartnerin der Politik. Passend zum Motto „Exportschlager aus Baden-Württemberg“ rückte sie insbesondere den ehrenamtlichen Einsatz von Zahnärztinnen und Zahnärzten im Ausland in den Mittelpunkt – von präventiver Aufklärung bis zur konkreten Behandlung von Menschen, die sonst kaum Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung haben. Zugleich nutzten die Vertreterinnen und Vertreter des Berufsstands den Abend für einen intensiven gesundheitspolitischen Austausch auf Landes- und Bundesebene.
Die Stallwächterparty in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg gehört zu den traditionsreichsten politischen Sommerfesten in Berlin. Sie bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Medien und Gesellschaft zusammen und bietet Raum für Begegnungen und Gespräche abseits des parlamentarischen Alltags. Die 61. Ausgabe stand unter dem Motto „Exportschlager aus Baden-Württemberg“.
Engagement
Die Zahnärzteschaft griff dieses Motto auf besondere Weise auf. Im Mittelpunkt ihrer Präsentation stand kein klassisches Exportprodukt, sondern ein Engagement, das weit über die Landesgrenzen hinausreicht: Zahnärztinnen und Zahnärzte aus Baden-Württemberg bringen ihre fachliche Kompetenz ehrenamtlich in internationale Hilfsprojekte ein. Eine digitale Präsentation vermittelte den vorbeigehenden Gästen Eindrücke dieser Auslandseinsätze und zeigte, wie die Teams vor Ort aufklären, behandeln und zahnmedizinische Strukturen unterstützen.
Einblicke
Am Stand berichteten Dr. Hans Hugo Wilms und Zahnärztin Houma Kustermann aus erster Hand über ihre Einsätze und die Bedingungen, unter denen zahnärztliche Hilfe in den Projektregionen geleistet wird. Auch die Give-aways griffen diesen Gedanken auf: Nüsse aus Kamerun und Hibiskusblütentee verwiesen auf Projekte und lokale Strukturen, die durch den Bezug der Produkte unterstützt werden. Konzipiert und organisiert wurde der gesamte Auftritt durch das Team des Informationszentrums Zahn- und Mundgesundheit Baden-Württemberg.
Dialog
Neben der Präsentation des internationalen Hilfsengagements stand der gesundheitspolitische Austausch im Mittelpunkt. Für die zahnärztlichen Körperschaften suchten Dr. Torsten Tomppert, Vorsitzender des Vorstands der KZV Baden-Württemberg und Präsident der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Peter Riedel, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der KZV Baden-Württemberg, Dr. Jutta Vischer, Vorstandsmitglied der Bezirkszahnärztekammer Stuttgart, sowie Thorsten Beck, Kaufmännischer Geschäftsführer der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, das direkte Gespräch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern auf Landes- und Bundesebene
Im Zentrum standen der Abbau unnötiger Bürokratie, die Sicherung der wohnortnahen Versorgung und aktuelle berufspolitische Fragen, insbesondere der Fachzahnarztvorbehalt in der Kieferorthopädie.
Ministerpräsident Cem Özdemir hatte Baden-Württemberg in seiner Rede als Musterland bezeichnet, das bei Deregulierung und Entbürokratisierung Impulse für den Bund setzen wolle. Dr. Vischer griff dies im direkten Gespräch auf und machte deutlich, dass diesem Anspruch konkrete Maßnahmen folgen müssten. Andernfalls drohten eine weiter sinkende Niederlassungsbereitschaft und langfristige Folgen für die Versorgung vor Ort.
Auch gegenüber Sozialminister Oliver Hildenbrand warb die Zahnärzteschaft dafür, die seit Jahren leistungsfähige zahnmedizinische Versorgung zu entlasten. Ihre Erfolge seien durch belastbare Daten belegt und dürften nicht durch zusätzliche Belastungen gefährdet werden. Minister Hildenbrand bat darum, die zentralen Anliegen gebündelt zusammenzustellen und ihm im Nachgang zu übermitteln. Eine entsprechende Ausarbeitung wird vorbereitet.
Zu einem intensiven fachlichen Austausch kam es auch mit dem Bundestagsabgeordneten und Virologen Prof. Dr. Hendrik Streeck. Beim Thema Fachzahnarztvorbehalt wurden unterschiedliche Einschätzungen deutlich. Dr. Tomppert machte dabei klar, dass aus seiner Sicht diejenigen Berufsgruppen, die von politischen Entscheidungen unmittelbar betroffen sind, frühzeitig angehört und verbindlich in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden müssen. Nur so lasse sich gewährleisten, dass fachliche Expertise, Versorgungsrealität und die Folgen für Patientinnen und Patienten angemessen berücksichtigt werden.
