Baden-Württemberg startet Campus für Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung

Gemeinsames Nachwuchsprogramm von KZV BW und LZK BW beginnt im September

Mit dem „Campus für Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung“ starten die Kassenzahnärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KZV BW) und die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg (LZK BW) ein gemeinsames Entwicklungsprogramm für junge Zahnärztinnen und Zahnärzte. Ziel ist es, frühzeitig Interesse an berufspolitischer Mitgestaltung zu wecken und Nachwuchs für ein Engagement in der Selbstverwaltung zu gewinnen. Der Pilotjahrgang startet im September 2026 mit einer Auftaktveranstaltung in Lindau.

Mit dem neuen Campus bündeln die beiden zahnärztlichen Körperschaften in Baden-Württemberg erstmals ihre Nachwuchsförderung in einem gemeinsamen, langfristig angelegten Programm. Fachliche Grundlagen werden dabei mit Hospitationen, Mentoring, persönlicher Weiterentwicklung und Vernetzung verbunden. Im Mittelpunkt steht nicht allein die Vermittlung von Wissen, sondern das unmittelbare Erleben zahnärztlicher Selbstverwaltung.

Gemeinsame Nachwuchsförderung für die Selbstverwaltung
„Wir wollten bewusst kein klassisches Fortbildungsprogramm entwickeln. Der Campus versteht sich als Entwicklungs- und Netzwerkprogramm, in dem Wissen, Erfahrungen und Perspektiven in unterschiedliche Richtungen fließen“, erläutert Projektkoordinatorin Emmily Handt. Ziel sei es, Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen und den Dialog zwischen jungen Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zu fördern.

Die Projektkoordination bestand vor allem darin, die gemeinsam entwickelten Vorstellungen von KZV BW und LZK BW in ein praxisnahes und umsetzbares Konzept zu überführen. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass die Inhalte auch über ein späteres standespolitisches Engagement hinaus einen konkreten Nutzen für den Berufsalltag bieten.

„Uns war wichtig, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich die Teilnehmenden wohlfühlen und offen austauschen können. Gleichzeitig möchten wir zeigen, dass KZV und LZK nicht nur Körperschaften mit gesetzlichen Aufgaben sind, sondern engagierte Partner und Dienstleister für die Zahnärzteschaft“, so Handt. Auch wer sich später nicht für ein Ehrenamt entscheide, solle fachlich und persönlich von der Teilnahme profitieren.

Ein zentraler Bestandteil des Programms sind die Hospitationen. Sie ermöglichen unmittelbare Einblicke in Entscheidungsprozesse, Interessenabwägungen und die praktische Arbeit der zahnärztlichen Selbstverwaltung. Ergänzt werden sie durch ein Mentoring: Acht ehrenamtlich engagierte Mentorinnen und Mentoren begleiten die Teilnehmenden über die gesamte Laufzeit des Programms.

Selbstverwaltung unmittelbar erleben
„Selbstverwaltung erschließt sich erst dann wirklich, wenn man Menschen, Prozesse und Entscheidungswege erlebt. Genau diese Erfahrung möchten wir den Teilnehmenden ermöglichen“, betont Handt. Dabei werde sichtbar, dass hinter KZV und LZK engagierte Zahnärztinnen und Zahnärzte stehen, die Verantwortung für ihren Berufsstand übernehmen.

Bewusst startet der Campus in Baden-Württemberg zunächst als Pilotprojekt. Der erste Durchlauf soll genutzt werden, um Formate, Abläufe und weitere Elemente systematisch zu evaluieren und auf Grundlage der Rückmeldungen der Teilnehmenden weiterzuentwickeln. „Wir verstehen den Pilotjahrgang ausdrücklich als Lernprozess. Der Campus soll sich mit den Erfahrungen seiner Teilnehmenden weiterentwickeln und langfristig zu einem nachhaltigen Angebot für den standespolitischen Nachwuchs werden“, sagt Handt.

Impulse aus Baden-Württemberg über die Landesgrenzen hinaus
Mit dem Campus setzen KZV BW und LZK BW ein gemeinsames Zeichen für die Zukunftsfähigkeit der zahnärztlichen Selbstverwaltung in Baden-Württemberg. Das Programm soll junge Kolleginnen und Kollegen frühzeitig mit den Strukturen des Berufsstands vertraut machen, den generationenübergreifenden Austausch stärken und neue Zugänge zu berufspolitischem Engagement eröffnen. Zugleich kann das baden-württembergische Modell Impulse für die Nachwuchsförderung in der zahnärztlichen Selbstverwaltung über die Landesgrenzen hinaus geben.

PDF herunterladen

Hinterlasse uns einen Kommentar