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Tabletten oder doch lieber Zahnpasta mit Fluorid? Nachdem sich Kinder- und Zahnärzte*innen jahrelang nicht auf einheitliche Standards einigen konnten und mitunter sogar konträre Meinungen vertraten, gibt es nun einen einheitlichen Diskurs: Die relevanten Fachgesellschaften haben sich unter dem Dach des unabhängigen Netzwerks „Gesund ins Leben“ auf eine gemeinsame Empfehlung geeinigt.

Unabgestimmte und vor allem verschiedene Anwendungsempfehlungen verwirren und schüren die Unsicherheiten bei Eltern und Betreuenden. Mit der nun erzielten Einigung zur Kariesprävention im Säuglings- und frühen Kindesalter soll sich dieser Umstand ändern und den Eltern und Betreuenden Sicherheit geben. Basis der festgelegten Empfehlung war die Bewertung der wissenschaftlichen Evidenz.

Von Geburt bis zum ersten Zahndurchbruch sollen Säuglinge täglich ein Kombinationspräparat mit 0,25 mg Fluorid und Vitamin D erhalten. Wird Wasser (Trinkwasser, Mineralwasser) mit einem Fluoridgehalt von
0,3 mg/l oder mehr zur Zubereitung von Säuglings(milch)nahrung verwendet, soll ein Supplement mit Vitamin D ohne Fluorid gegeben werden. Dies betrifft Säuglinge, die ausschließlich oder überwiegend mit
Säuglings(milch)nahrung ernährt werden.

Mit dem Zahndurchbruch soll das regelmäßige Zähneputzen etabliert und spätestens mit dem ersten Geburtstag eine reiskorngroße Zahnpastamenge mit 1.000 ppm Fluoridgehalt zweimal täglich eingebürstet werden, ab dem zweiten Geburtstag dann eine erbsengroße Menge (- siehe Bild -).
Für Zwei- bis Sechsjährige lautet die Empfehlung dann zwei- bis dreimal täglich mit einem erbsengroßen Klecks fluoridhaltiger Zahnpasta putzen.

Fluoride spielen in der Kariesprävention eine große Rolle. Um das Problem der frühkindlichen Karies zu lösen, müssen daher frühzeitig alle medizinischen Versorgungssysteme miteinbezogen und Konzepte umgesetzt werden, damit möglichst viele Familien mit Kindern informiert werden. (IZZ/cos)

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